Wir sitzen auf einer heißen Kugel

Erdwärme – das ist neben der Sonne der Energieträger unser Lebens schlechthin. Ohne sie funktioniert der ökologische Kreislauf unseres Planeten nicht. Pflanzen und Meere brauchen sie, ohne Erdwärme wäre der Planet tot. Wir sitzen auf einer Kugel, die im Innern 6000 Grad heiß ist, eine Temperatur, die wegen der schlechten Wärmeleitung von Gestein nur um ca. 100 Grad pro Kilometer abnimmt und unter der Erdoberfläche noch das Grundwasser auf ca. 10 bis 12 Grad erwärmt.

Mangelnde Nutzung durch Geothermie

Die heutige Geothermie nutzt dies bis zu Tiefen von 2000 bis 3000 Meter. Mehr schaffen die Bohrtechniken nicht – zumindest bisher. Denn es ist eine alte Idee, die Temperaturen noch größerer Tiefen zu nutzen.

Da würde es wirklich interessant, denn die Effizienz der Energiegewinnung steigt mit höheren Temperaturen rasch an und wird bei Temperaturen über 500 Grad wirklich ergiebig. Dann verdichtet sich Wasser auf einen zehnfachen Energieinhalt zum sogenannten superkritischen Wasser. Das passiert je nach geologischer Formation in einer Tiefe von 5 bis 10 km.

Die Bohrtechniken fehlen (noch)

Das Problem ist nur: für das Bohren in Gesteinen mit Temperaturen von 500 bis 1.000 Grad sind noch kaum Techniken entwickelt. Motoren, Bohrer, Sensoren, selbst Stahl, all das stößt an Grenzen und ist nicht mehr nutzbar. Und deshalb ist die konsequente Erschließung dieser Temperaturschichten ein Großprojekt.

Seit fünfzehn Jahren finanziert ein Firmenkonsortium nun ein Projekt in Island, wo die geologischen Verhältnisse besonders günstig sind, mit geringem staatlichen Interesse. Es gab viele Fehlschläge. Aber nun kommt ein erster wichtiger Erfolg. Man drang in eine Tiefe von 4,7 km vor mit 500 Grad heißem und nun überkritischem Wasser vor, ideal für echte Tiefen-Geothermie.

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Bild: fotolia.de

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