Scientists for Future München appelliert an Siemens, Konsequenzen aus dem FfF-Konflikt zu ziehen

Die Regionalgruppe München von Scientists for Future München  (S4F) nimmt mit Besorgnis die Auseinandersetzungen zwischen dem Siemens-Konzern und unseren Kolleg*innen von Fridays for Future zur Kenntnis. Der unterlassene Versuch, den Auftrag für das Eisenbahn- Signalsystem von Australiens Kohleabbauprojekt Carmichael an die indische Adani-Gruppe zurückgegeben, wiegt schwer. Wir appellieren erneut an die Konzernleitung, die Rückgabe des Auftrags zu verhandeln und im Übrigen der australischen Regierung nahezulegen, die Lizenz für dieses aus der Zeit gefallene Projekt zu annullieren.

Widerstand vor der Siemenszentrale ©Quirin Weninger

Wir bedauern des Weiteren, dass Herr Kaeser den Vorschlag Luisa Neubauers nicht vertieft hat, in den Aufsichtsrat der in Gründung befindlichen Siemens Energy an ihrer statt ein Mitglied der mit den Friday-Protesten verbundenen Scientists for Future zu berufen. Es liegt auf der Hand, dass damit generell eine Mitgliedschaft aus einer der für nachhaltiges Wirtschaften eintretenden NGOs gemeint ist. Zwar umfasst S4F deutschlandweit mehr als 26.800 Akademiker*innen aus Wissenschaft und Wirtschaft, aber auch andere wertverwandte NGOs verfügen über wirtschaftlich sehr erfahrene Mitglieder. Das Angebot, ein Mitglied aus diesem Kreis in den Aufsichtsrat zu berufen, hat Pilotcharakter.

Mehr Fokus auf Umweltverantwortung an der Konzernspitze gewünscht

In diesem Zusammenhang stellen wir in Bezug auf die am 12. Januar in zahlreichen Printmedien zitierte Aussage Joe Kaesers, Siemens habe schon genug Wissenschaftler, klar, dass wir gerade bei der Berufung der Beratungs- und Kontroll-Organe bisher die Sozial- und Umweltverantwortung des Unternehmens nicht als Priorität erkennen können und appellieren an den Siemens-Vorstand, dieses Angebot bei der bevorstehenden Besetzung der Aufsichtsräte umzusetzen.
Wir begrüßen die Ankündigung von Siemens, in den Nachhaltigkeitsrat des Unternehmens zukünftig auch externe Mitglieder zu berufen, das Gremium mit einem Vetorecht auszustatten und Aufträge auf Nachhaltigkeitskriterien zu überprüfen. Solche Veränderungen halten wir für wegweisend für die Modernisierung der Führung internationaler Konzerne im Wettstreit zwischen kurzfristigem finanziellem Erfolg und generationenübergreifender Verantwortung.
V.i.S.d.P.: Dr. Ing. Peter Grassmann, Mitglied des S4F-Beirats und der S4F-Regionalgruppe München
www.grassmann.depeter@grassmann.de – T +49 172 7340340
Über uns:
Die S4F-Regionalgruppe München ist Teil der bundesweiten Scientists for Future-Bewegung und umfasst derzeit etwa 160 Mitglieder.
Wir begleiten aktiv die Arbeit der Freitagsbewegung und stehen Medien und Öffentlichkeit für Faktenchecks, Medienbeiträge und Vorträge zur Verfügung.