Veto-Power für Nachhaltigkeit

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Es war ein Paar, wie es ungleicher nicht sein kann. Die 22-jährige Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der 40 Jahre ältere Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens. Er hatte sie gebeten, mit ihm über einen Auftrag für eine Signalsteuerung in einem riesigen Kohleprojekt in Australien zu reden.

Klar, dass jedes Engagement für dieses Projekt in der weltweiten Umweltszene sehr kritisch gesehen wurde, und so hatte auch Fridays for Future schon Proteste angekündigt, jetzt kurz vor der Hauptversammlung. Verständlich, dass Kaeser die Chancen ausloten wollte, den zu erwartenden lauten Aufschrei zu mäßigen.

„Es war ein angenehmes Gespräch“ kommentierte Kaeser später. Er hatte ihr angeboten, als externe Vertreterin in den Nachhaltigkeits-Beirat von Siemens und vielleicht sogar in den Aufsichtsrat des Bereichs Energie zu kommen. Er hatte ihr wohl auch Hoffnungen gemacht, den Auftrag zu annullieren.

Aber Joe Kaeser ist kein amerikanischer CEO, der das letzte Wort hat. Er ist der Vorsitzende des Vorstandsgremiums, und eine solche Annullierung musste mit seinen Kollegen abgestimmt werden. Die aber verweigerten in einer sonntäglichen Telefonkonferenz die Zustimmung.

 

Kaeser kommentierte das trocken auf Twitter und schrieb dann – es war Sonntagnachmittag – einen dreiseitigen Brief, ein „Statement“, nur in Englisch, so als wollte er das hier in Deutschland Geschehene hinter sich lassen.

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